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Zurück Das Papier Glossar

A        

Ausschuss : Ausgesondertes Papier bzw. Fabrikations- und Schnittverlust.

B      

Ball : Der französische Ausdruck „Enfant de la balle“ (Artistenkind) stammt aus der Druckerei und nicht vom Zirkus.Der „Ball“ ist nichts anderes, als das Kissen aus Pferdehaar, das mit Stoff oder Leder umwickelt war und dem Auftrag der  Druckerschwärze auf die Druckplatten diente.  Das „Enfant de la balle“ war der Setzer, der Sohn des Typographen, der von frühester Kindheit an in der Fabrik war. Ein „Ball“ ist auch eine Packung mit zehn Ries Papier.

Bart : Die ausgefransten Ränder von Papier stehen für die Qualität der handgeschöpften Bögen. Wenn sie geschnitten werden müssen, geschieht dies mit einem Holzsäbel, der ebenfalls einen ausgefransten Bart hinterlässt.

Blau : Um einen eventuellen Mangel der Bleiche ihrer Bögen zu verschleiern, geben die Papiermacher dem Papierbrei blaue Farbe bei (Berliner Blau, Indigo, Josefsblau), die den weißen Bögen eine leicht bläuliche Farbe verleihen.

Bütte : Der Öffner (ständiger Arbeiter) taucht sein Sieb in ein großes Gefäß aus Tannenholz, das zu einem Fass geformt ist und den mit viel Wasser vermischten Papierbrei enthält. Um den Brei zu erwärmen, wird eine Kupferwalze mit Kohle in den Ofen gelegt und vom Lehrling auf der richtigen Temperatur gehalten.

D

Druckgrafik : Tintendruck auf einem weichen Träger wie Papier, bei dem eine Matrize häufig auf mehrere Exemplare gedruckt wird, sodass der Künstler sein Werk besser verbreiten kann. Dürer ist der unbestrittene Meister des Kupferstichs, der bekanntesten Art der Druckgrafik.

Durchschlagpapier :  Dieses Papier, das so dünn wie eine Zwiebelschale ist, wurde lange Zeit verwendet, um eine Zweitschrift zu drucken oder in der Schreibmaschine mit Kohlepapier eine Durchschrift zu machen. Heute sind diese feinen Blätter fast schon aus den Regalen der Geschäfte verschwunden und wurden vom Fotokopiergerät verdrängt.

F    

Falten : Falten Sie mir bitte diese Tassen. Die Verkäuferinnen werden sich über eine solche Bitte wundern. Hätten sie sich aber ihre Sporen in einer Papierfabrik verdient, würden sie wissen, dass falten einpacken bedeutet. Man packte das Ries in einem Faltungsbetrieb in Packpapier oder festes Papier ab!

Format : Woher kommen die Namen der Papierformate? Früher erschien ein Motiv oder Buchstabe aus dem Alltag der Papiermacher im Wasserzeichen und gab so dem Papier seinen Namen.  Sie kauften eine Traube (50 x 65cm), weil im Wasserzeichen eine Traube abgebildet war, eine Muschel (44 x 56cm), einen Jesus (56 x 76cm) mit dem aufgedruckten Christusmonogramm JHS, einen großen Adler (75 x 110cm) usw. Heute ist die Poesie durch das in Deutschland gegen 1940 festgelegte Normformat verschwunden, das 1972 in Frankreich übernommen wurde. Die Mathematiker sind glücklich, denn alle Formate der DIN A Serie sind zueinander proportional. Wenn man weiß, dass A0 einem Quadratmeter mit einem Verhältnis der Länge zur Breite von √2 (1,4142135) 84,1cm x 118,9 cm entspricht, ist das Format A1 59,4cm x 84,1cm……, und A10 2,6cm x 3,7cm

G    

Gautschen : Der Gautscher dreht das Sieb und legt das feuchte Blatt auf einem Wollfilz ab. Dies geschieht ganz vorsichtig, damit es nicht beschädigt wird. Dann legt er einen weiteren Filz darauf und wiederholt den Vorgang, bis sein Pauscht (ein Stapel aus 100 Blättern und 101 Filzen) fertig war und zur Presse gebracht werden konnte.

K    

Kohle : Das älteste aller Zeichenmittel ist ganz einfach die Kohle bzw. Holzkohle. Sie wurde bereits vom prähistorischen Menschen zur Verzierung der Höhlenwände verwendet.

Korrigieren : Rücknahme oder Korrektur, die auf einem bereits gemalten Stück durchgeführt werden kann. Zum Beispiel ist ein Aquarellpapier mit guter Korrekturfähigkeit ein Papier, auf dem einfach retuschiert werden kann, indem das Papier mittels eines Schwamms oder Pinsels mit Wasser gereinigt wird. Es bleiben keine Aquarellspuren und das Papier kann erneut bearbeitet werden.

L     

Lumpen : Sich wie die Lumpensammler schlagen. Welcher Franzose hat diesen Ausdruck noch nicht gehört, der an die zahlreichen Streitereien zwischen den Sammlern erinnert, um die wertvollen Lumpen zu ergattern! Lappen, Flecken, Hadern sind nur einige der bildhaften Namen, um den Rohstoff der früheren Papiermacher zu beschreiben. Aber Vorsicht, es dürfen nur schöne, saubere Lumpen verwendet werden, die je nach ihren Eigenschaften in Kategorien unterteilt sind (Feinheit, Farbe usw.).

M  

Marmorpapier : In die mit Wasser und Tragantgummi (Bindemittel für Trockenpastel) gefüllte Bütte gießt der Papiermacher Tinte, die sich ausbreitet und Muster bildet. Mit einem Stab und einem Kamm gibt er dem Muster eine Form, bis er den erwünschten Effekt erreicht. Dann legt der Papiermacher vorsichtig ein Blatt Papier darauf, auf das sich das Motiv überträgt. Nun braucht man es nur noch trocknen zu lassen.

Massicot : Guillaume Massiquot (1797 - 1870), Messermacher aus Issoudun, erfindet 1848 eine Maschine mit einer Klinge für den Papierzuschnitt. Zuerst wurde die Papierschneidemaschine händisch bewegt, später durch einen Motor angetrieben, bevor sie vollständig automatisiert wurde.

Eine Miene wie Pappmaschee, so sagt man in Frankreich zur Blässe eines Gesichts, das wie ein unfertiges Blatt aussieht.

Mi-Teintes© : Halbtonfarben zur Erweiterung der Farbpalette, das ist es, was die Künstler erwarten. Mit der Färbung des Breis schaffen die Canson Mi-Teintes®. Dieses Papier mit hohem Baumwollanteil weist rückseitig ein Honigwabenmuster auf und auf der Vorderseite eine feinere Körnung für die Pastellmalerei, Kohle, Rötelmalerei, die Rahmung oder kreative Hobbys.

P      

Pastell : Das Pastell ist eine trockene Masse, die aus fein zu Pulver geriebenen Pigmenten und Bindemittel (Gummi oder Harz) besteht und mit einem runden oder eckigen Stab in Form gebracht wird.

R

Relief : Zeichen- und Aquarellpapier trägt normalerweise kein Wasserzeichen, sondern eine Reliefmarkierung. Reliefrollen mit Zeichnungen oder eingravierten Texten werden auf die Ränder des feuchten Blatts in der Maschine gedrückt. Der Tiefdruck verbleibt als Marken- und Qualitätszeichen auf dem trockenen Papier.

Ries : Dieser Ausdruck stammt aus dem Arabischen rizmah, das soviel bedeutet wie Paket, Ballen. Das Papierries zählt fünfhundert Bögen, also zwanzig Mal fünfundzwanzig Blätter.

Rollenhülse : Fraglos ein wichtiger Bestandteil. Die Rollenhülse ist das Mittelrohr der Papierrolle aus Karton. Ihre Größe wird nicht dem Zufall überlassen, denn jeder Kunde, Weiterverarbeiter oder Drucker gibt dem Papiermacher den Innendurchmesser der Rollenhülse an, die für seine Maschinen passt.

S       

Satinieren : Um das Blatt spiegelglatt zu machen zerdrückt der Papiermacher die Körnung.Das Papier wird zwischen den Walzen einer Mangel oder eines Walzwerks gepresst, die Fasern werden komprimiert, sodass die Unebenheiten verschwinden.

Sieb : Das Sieb besteht aus einem Holzrahmen, auf dem Drähte sowie ein Kupfer- oder Messinggewebe gespannt sind. Für jedes Format gibt es ein Siebpaar. Ein beweglicher Holzrahmen mit Deckel hält den Papierbrei. Der Öffner holt den Brei mit dem Sieb aus der Bütte. Das Sieb und der Deckel bilden eine Einheit.

T  

Taube : Die Papiermacher lieben besonders Vogelnamen. Die Nachtigall und der Papagei gehören zur Herstellungsbütte (waagrechte und geneigte Halterungen). Die Taube ist nicht aus Fleisch sondern im Papier. Wenn die Gelatine in einen Teil des Blattes nicht eindringt, liegt das an den Tauben, die das Papier unbrauchbar machen. 

Transparenz : Aussehen des Papiers beim Durchsehen. Ist es regelmäßig mit einer homogenen Oberfläche und nicht durchscheinend, wird es als geschmolzen bezeichnet; es wird gesprenkelt, wenn winzige Faserklumpen regelmäßig verteilt sind und wolkig, wenn die unregelmäßig verteilten Klumpen Schatten zeichnen.

Trockenanlage : Ein gut belüftetes Holzgestell befand sich auf allen Papiermühlen. Dort hängten die Arbeiter auf gespannten Drähten die Bögen seitenweise (in Paketen zu fünf oder sechs Stück) auf. Sie legten sie vorsichtig mit einem speziellen, T-förmigen Instrument auf. Später wurden Holzklammern, ähnlich den Wäscheklammern verwendet.

Tuschzeichnung : Bei der Tuschzeichnung werden mit einem Aquarellpinsel Flächen oder Flecken reiner Tinte aufgetragen und dann mit Wasser verteilt. Das Wasser macht die Farben leichter.

U      

Undurchsichtigkeit :

Der Großteil der Zeichenpapiere ist undurchsichtig. Dennoch gilt, je dünner Papier ist, umso durchsichtiger wird es. Nur das Pauspapier, das keine Mineralzusätze enthält, erlaubt eine wirkliche Reproduktion durch Transparenz (Pläne, Karten etc.)

Zuschneiden : Gruppen von Blöcken oder Alben werden mit einer Papierzuschneidemaschine gleichmäßig gemacht. Die Blätter werden auf Format geschnitten. Die Abfälle bzw. der Verschnitt kommt in Recyclingwerke.