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Pädagogische Ateliers der LaM (Lille Art Moderne): Kunst ohne Komplexe

5 juli 2016

In Lille reißt ein Museum fröhlich alle Grenzen ein: zwischen den künstlerischen Ausdrucksformen des 20. und 21. Jahrhunderts, zwischen der Kunst und der Öffentlichkeit. Besuch in den Pädagogischen Ateliers der LaM.

Damit Kunst weiter verbreitet bzw. paktiziert wird, laden die Pädagogischen Ateliers der LaM Schulgruppen, Jugendliche und Erwachsene in die LAM ein; bei dieser Gelegenheit besuchen sie auch ein Gefängnis und dessen Häftlinge. "Insgesamt werden diese Ateliers von 25.000 Schülern pro Jahr besucht. Seit 2010 werden sie immer zahlreicher, und sie stammen hauptsächlich aus der Region", erklärt Violaine Digonnet, zuständig für schulisches Publikum. Gute Nachricht: Der Besuch durch Schüler steigt besonders stark an, insbesondere wenn die Kunstlehrer selbst eine Ausbildung an der LaM durchlaufen haben (5 x 2 Std., kostenlos). "Das geweckte Interesse ist für sie ein Anreiz, mit ihren Schülern in die Ateliers zurückzukehren. Dies ist ein gutes Mittel, den Kunstunterricht in der Sekundarstufe zu fördern!" unterstreicht  Violaine Digonnet, die bereit ist, sie das Museum erkunden und eigene Module kreieren zu lassen.

Welche Ateliers? 

Zur Einführung in die Kunst werden zahlreiche Workshops angeboten, gegliedert nach Alter (ab 4 Jahre), Jahreszeit und laufende Ausstellungen im LAM, oft eigens vereinbart. Im Allgemeinen umfasst eine eineinhalbstündige Einheit den Besuch einer Sammlung oder Ausstellung, in der man sich mit den Werken auseinandersetzen kann, dann einen Workshop, um die Erfahrung selbst umzusetzen und sich zwanglos künstlerisch auszudrücken.

Welche Pädagogik?

Die Pädagogischen Ateliers möchten Meisterwerke der Kunstgeschichte erklären, indem sie jedem die Gelegenheit bieten, Techniken auszuprobieren, die nah an denen der größten zeitgenössischen Künstler sind.Auch die Pädagogik ist ein weites Feld. "In unseren Sitzungen favorisieren wir die individuelle oder kollektive kreative Öffnung. Dies kann durch Anleitung oder einen sehr freien Ansatz erfolgen, der von der Freinet-Methode inspiriert ist", erläutert Violaine Digonnet. "Die philosophischen Workshops sind wieder anders: Hier folgen keine Arbeiten auf die Besuche, und die Position des Leiters ist nicht die des Wissensvermittlers. Vielmehr fragt er die Kinder und lädt sie ein, ihren kritischen Geist auszudrücken und Vertrauen zu fassen."

Beispiele?

Masken – Nachdem sie in den außergewöhnlichen moderner und zeitgenössischer Art-brut-Ausstellungen der LAM Portraits gesehen haben, werden die angehenden Künstler eingeladen, mit Hilfe farbigen Papiers 3D-Masken zu gestalten.  
Fresken – eine große Rolle Canson-Papier wird auf dem Boden ausgebreitet, damit die Kinder verschiedene Schablonen überlagernd darauf abzeichnen können, bevor sie sie einfärben. Diese kollektiven Werke sind oftmals spektakulär!
Basteln – Wiedergewonnene Materialien erhalten oft ein zweites Leben in Gestalt von Montagen im Stil des Art-brut-Künstlers André Robillard, in denen künstlerische Kreativität sich ausdrückt.

Canson-Papier: ein wahrhaft vielseitiges Werkzeug!

Die Pädagogischen Ateliers der LaM haben sich für Canson-Papier entschieden – "wegen seiner Qualität, der farblichen Vielfalt, aber auch der Vielfalt an Formaten, Texturen und Flächengewichten", sagt Violaine Digonnet. "Um ihre Kreativität zu entwickeln, lehren wir die Teilnehmer unserer Workshops, sich von den klassischen Werkzeugen abzuwenden. Diese Freiheit gehört zur zeitgenössischen Kunst, und sie ist uns sehr wichtig."Die Vielfalt dieses Materials ermöglicht tausenderlei innovative Arten der Benutzung. Im Blättern oder Rollen, zwei- oder dreidimensional, mit verschwimmenden Farben bemalt oder unter dem Kreischen von Kreide, lautstark zerknittert oder fein ziseliert: Die sinnliche Erfahrung ist jedes Mal eine andere und eröffnet neue Horizonte, das gilt insbesondere für Lehrer.

 

ADRESSE :
LaM, 1 allée du Musée
59650 Villeneuve d’Ascq
France

Telefonische Informationen: +33 (0)3 20 19 68 68

Fax : +33 (0)3 20 19 68 99
info@musee-lam.fr

ÖFFNUNGSZEITEN: ​ 

Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr – (Kassen schließen um 17.30 Uhr)
Montags sowie am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen
Der Museumspark ist von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr zugänglich